Das Fundament – Basisübungen

Kommen, Bleiben, Aus, Nein

Die Ausbildung eines Hundes ist vergleichbar mit dem Bau eines Hauses. Zunächst einmal kommt ein Bagger und gräbt ein großes Loch für das Fundament. Dieser Teil der Arbeit ist sehr Zeitintensiv, aber einmal erledigt geht es dann Schlag auf Schlag und das 1. OG und das Dach folgen rasch. Im Bezug auf unserer Hunde bedeutet das folgendes. Das Fundament eines Erfolgreichem Trainings besteht aus den Grunderziehungsübungen - Kommen - Bleiben - Aus und einem Abbruchsignal -Nein-.

Auf diese 4 Eckpfeiler stütz sich der komplette zukünftige Ausbildungsweg deines Hundes. Und genau wie bei dem Bau eines Hauses gilt: Wer hohe Türme bauen möchte, sollte sich lange an seinem Fundament aufhalten.

Ist das Fundament einmal gestellt, sind viele Herausforderungen denen sich ein Hundesportler bei der Ausbildung seines Hundes stellen muss, um ein vielfaches einfacher zu meistern, als ohne.

Um das besser nachvollziehen zu können, möchte ich das an einem Beispiel verdeutlichen. Seit Jahren helfe ich gerne Hundesportlern bei der Lösungsfindung Ihrer Probleme. Eines Tages ergab sich die Situation das ein Hundesportler mit folgendem Problem an mich heran trat mit folgenden Worten: „Tobias, mein Hund macht einen Hammer Schutzdienst mit mega Griffen und einem spektakulärem Einholen auf der langen Flucht! Das einzige was er ab und an einmal zeigt, ist das er nicht sauber auf das Kommando „Aus“ trennt und wenn er dann noch einem Helfer vor der Nase hat, der keine Ausstrahlung hat, macht er gleich mal gar nicht aus!“ Mit dieser Info bat ich Ihm seinen Hund Hund aus dem Auto zu holen, denn ich würde mir das gerne einmal persönlich anschauen. 5 min später stand ein sehr imposanter DSH Rüde auf unserer Platzanlage. Auf meine Nachfrage ob der Hund ein netter sei, antwortete der Besitzer mit ja. Daraufhin bat ich ihn seinem Hund einen Ball zu geben und ihn einfach damit spielen zu lassen. Der Ball war kaum aus der Tasche gezogen, schnappte sich der Hund den Ball und rannte mit stolz geschwellter Brust über den Platz. Und als der Hund so in seiner eigenen Welt das Leben und den Ball genoss, sah ich den Hundeführer an und bat ihn einmal „Aus“ zu sagen. Gesagt, getan. Der Hund registrierte zwar diese Aufforderung sofort, ignorierte diese allerdings Konsequent! Erst nach gefühlten 5 maligen Kommandos „Aus“, wobei die letzten beiden schon in ein aggressives Schreien ausarteten, ließ der 4 jährige Rüde von dem Ball ab (wobei er dann aber auch sofort herzhaft zubiss, unerlaubt wohlbemerkt). Daraufhin drehte ich mich zu dem Hundeführer herum und verkündete die frohe Botschaft: „Ich habe erfreuliche Nachrichten für Dich, Du hast kein Problem mit dem Aus im Schutzdienst. Du hast ein generelles Problem mit dem Aus!“ Da er mich nun mit großen Augen ansah, verspürte ich die Notwendigkeit das genauer zu erläutern und sagte zu Ihm: „Worin besteht die Gemeinsamkeit zwischen einem Ball und einem Helfer? Was haben beide gemeinsam? Beides sieht der Hund als „Beute“ an, allerdings ist die Trieblage beim Anblick eines Helfers wesentlich höher, als die eines Balles. Wenn dein Hund nun schon Schwierigkeiten hat einen Ball auf das erste Hörzeichen loszulassen, ist es nicht verwunderlich, dass er in höherer Trieblage mit einem Helfer gar nicht auslassen möchte.“

Ich denke dieses Beispiel erklärt verständlich des Rätsels Lösung. Sobald die Basisübung „Aus“ zuverlässig in einer niedrigeren Reizlage funktioniert, funktioniert das „Aus“ dann auch im Schutzdienst!

Tipp: Überprüfe deine Basisübungen Kommen - Bleiben - Aus - Nein, in einer niedrigeren Reizlage in einer ruhigen Umgebung mit wenig Ablenkung. Wenn das funktioniert, steigere die Ablenkung und erhöhe die Reiz- bzw Trieblage.

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