Negative Belohnung

Muss das wirklich sein?

Diese Beschreibung kann durchaus etwas irreführend sein. Wie kann etwas negatives eine Belohnung für den Hund sein, fragst Du dich? Ganz einfach, zunächst sei gesagt das auch hier das negativ als Vorzeichen der Mathematik zu sehen ist, also ein Minus. Das Minus steht dafür etwas zu Subtrahieren, wegzunehmen.
Ein sehr anschauliches Beispiel für negative Belohnung ist das, was du wahrscheinlich aus deinem Auto kennst. Du setzt Dich ins Auto, startest den Motor und fährst los ohne Dich anzuschnallen. Aus dem nichts erklingt ein Ton - Ding - Ding - Ding. Hast Du vor diesem Ton Angst? Tut er Dir weh? Nein, aber er ist so nervig das Du dich über kurz oder lang anschnallst. Genau in dem Moment wo der Gurt in der Gurtschnalle einrastet, verschwindet piepen. Ganz ehrlich, ist das nicht eine Wohltat, wenn dieses nervige Geräusch endlich aufhört? Empfinden wir das nicht auch belohnend? Das witzige dabei ist, dass die Automobilindustrie Dir ein Verhalten anlernen möchte, nämlich das Du Dich anschnallst, bevor du den Motor startest.

 

Vorteil

Der wohl nennenswerteste Vorteil von negativer Belohnung ist, dass Du so eine angelernte Übung sehr einfach Absichern kannst, ich bezeichne es folgend als „Stimulus Control“. Das bedeutet der Hund führt seine Übungen zuverlässig aus, immer, überall und unabhängig von der Ablenkung. Damit ergibt sich ein gewisses Maaß an Kontrolle über die angelernten Übungen. Jetzt stellt sich die Frage, ob das denn überhaupt Notwendig ist, den Hund immer und überall kontrollieren zu können. Auf diese Frage gilt es nur mit einem ganz klarem Ja zu antworten. Allerdings nicht um mein eigenes Ego aufzubauen, vielmehr habe ich die Verantwortung für meinen Hund zu tragen und ich habe Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Stell Dir mal vor dein Hund jagd aus Gründen immer einem Hasen hinterher. Dabei rennt der Hase über eine vielbefahrene Straße. Der Hase schafft es auf die andere Seite, Dein Hund nicht. Jetzt stehst Du gleich vor 2 Problemen. Einmal musst Du deiner Familie erklären das Du nur mit einer Leine nach hause kommst und das andere Ende der Leine fehlt. Zum zweiten, was mindestens genau so schlimm ist, stell Dir einmal vor in solch einem Unfall kommen Personen zu schaden, der Vater eine 4 köpfigen Familie wobei er der Alleinverdiener war. Gar nicht auszudenken mit diesen Schuldgefühlen leben zu müssen. Deshalb sage ich das Kontrolle über den eigen Hund unabdinglich ist.

 

Nachteil

Da in diesem System weder mit Futter noch mit Spielzeug bestätigt wird und die einzige Belohnung ist das die Einwirkung mit der Leine aufhört, sind die meisten Hunde nicht mit dem selben Eifer und der Ausstrahlung dabei wie bei der positiven Belohnung.

 

Tipp:

Wenn ich als Hundetrainer 100 % Kapazitäten zur Verfügung stehen habe (50% positiver und 50% negativer Belohnung) um meinem Hund ein Verhalten anzulernen, dann schöpfe ich dieses Potenzial lieber aus, als mich mit 50% zu begnügen.

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