Positive Verstärkung

Positive Belohnung

Einfach ausgedrückt funktioniert das so: Der Hund macht etwas und dafür bekommt er etwas. Das sollte etwa sein, was der Hund mag, zum Beispiel Futter oder eine Beute (Ball) zum spielen. Dabei ist darauf zu achten, dass das Zeitfenster zwischen der ausgeführten Handlung und der Konsequenz max 2 Sekunden groß ist (darüber aber später mehr, wenn es um Timing und Marker geht).

Vorteil:

Ein Hund der mit positiver Belohnung ausgebildet wird hat sehr viel Spass am Training, wenn er einmal verstanden hat das er für korrekt ausgeführte Übungen etwas bekommt. Das zeigt sich dann in einer hohen Arbeitsbereitschaft und Engemangent, sowie im gesamten Ausdruck des Hundes beim Training, freudig, eifrig, und hochmotiviert.

Nachteil:

Um ein Verhalten positiv Belohnen zu können (positiv kommt hier aus dem Vorzeichen Plus aus der Mathematik und bedeutet das etwas hinzugefügt wird, in diesem Fall Futter oder ein Spielzeug), muss dieses gewünschte Verhalten vom Hund aber erstmal gezeigt werden. Die Frage die sich daraus ergibt ist, was mache ich, wenn der Hund das gewünschte Verhalten aber nicht zeigt?

Weiterhin ist zu bedenken, da das Verhalten vom Hund nur gezeigt wird, um das zu bekommen was wir ihm als Bestätigung anbieten, funktioniert dieses System auch nur solange, wie der Hund das haben möchte! In dem Moment wo die Ablenkung stärker ist oder die konkurrierende Motivation höher ist, zeigt der Hund das er egoistisch veranlagt ist und nur Dinge tut um seine Situation zu verbessern. Ich möchte das gerne an einem Beispiel erläutern. Mal angenommen ich habe den Rückruf auf diesem System aufgebaut, sprich ich habe meinen Hund gerufen und immer wenn er zu mir gekommen ist, habe ich ihn mit Futter oder Ball bestätigt. Das hat im Garten und an Orten mit wenig Ablenkung auch hervorragend funktioniert. Eines Tages gehe ich dann mit meinem Hund durch den Wald spazieren und leider hat er vor mir das Reh wahrgenommen und macht sich, aufgrund der Triebveranlagung die zu den Eigenschaften eines Gebrauchshundes gehören wie das Salz in der Suppe, nun daran dieses zu verfolgen. Mit voller Stimme rufe ich ihm nach „Pluto, HIER“. Er darauf drehte sich kurz um und in seinen Augen konnte ich erkennen was ihm gerade in diesem Moment durch den Kopf ging: Bleib genau da stehen, ich bin gleich wieder da und vergiss meinen Brocken Futter nicht. Und dann verschwand er am Horizont.

Bitte nimm es mir nicht übel, wenn ich dieses Beispiel mit meinem Humor darstelle. Dennoch trifft es den Nagel auf den Kopf. Wenn der Hund also eine Wahl in diesem Beispiel treffen muss, die ob es sich lieber für einen Brocken Trockenfutter oder dem Reh entscheiden muss, ist die Wahrscheinlichkeit groß das er sich für das höhere Triebziel entscheiden wird. Denk bitte immer daran, Dein Hund tut nur Dinge um seine Situation zu verbessern. Du bist der lebende Beweis das wir Menschen ganz genauso ticken. Der einzige Grund warum du dieses Buch liest ist, du  suchst nach ein paar Tipps und Tricks oder neuen Impulsen und Anregungen. Kurzum Du möchtest deine Situation in deinem Training verbessern!

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